Tansania 2024

Los geht’s am 06.07.2024 vom Parkplatz mit dem Expressflughafenbus zum Flughafen München.

Hier geben wir erstmal unser großes Gepäck auf. Alles ist Selbstbedienung. Auch hier muss Personal gespart werden. Aber eine freundliche Mitarbeiterin hilft und schickt uns gleich zum Sperrgepäck. Dort müssen nämlich die Rucksäcke aufgegeben werden. Wir hatten sie extra gut verpackt, damit sie nirgends hängen bleiben. Vielleicht war das überflüssig. Dann sind wir durch die Selbstbedienungspasskontrolle und durch die Sicherheitskontrolle. Die war leider nicht Selbstbedienung. 

Hier auf dem Flughafen kann man wirklich eine sehr lange Rolltreppe fahren. War, glaube ich, bisher die längste, die ich je gefahren bin. Weiter geht’s mit U-Bahn-Shuttle ins richtige Terminal. Die Wartezeit wurde uns verkürzt durch wirklich teilweise unterhaltsame Durchsagen. Unser Flug nach Kairo (Zwischenlandung)  verspätete sich um eine Stunde. So hatten wir sogar länger das Vergnügen. Wusste gar nicht, daß die Bayern wirklich so witzig sind. 

Die Maschine war eher klein und große Enttäuschung für Georg: kein Entertainment. Mein Sitz wackelt, die Bezüge unmodisch und die Armlehnen schmutzig. Hoffentlich fällt unterwegs nichts ab.

Wir haben nicht die besten Plätze aber die Reihe dahinter (Tipp Reihe 24 in der Boeing 737-800 altes Modell von Egyptair hat richtig Beinfreiheit)

Zur Landebahn fahren wir mit Blitz und Donner. Ein Unwetter ist jetzt aufgezogen. Spielt eigentlich Aquaplaning bei Flugzeugen auch eine Rolle? 

Okay,  jetzt kommt die Durchsage, dass wir uns weiter verspäten. Jetzt sind es 1,5 h. Unsere Umstiegszeit beträgt ca 2h. Es ist spannend für mich, entspannt für Guido. Er hat ein gutes Selbstbewusstsein und ist sich sicher, daß der Anschlussflug wartet. Ich mag es, mit ihm unterwegs zu sein. 

So, Kairo empfängt uns hektisch und warm. Die Mitarbeiter wirken gestresst. Es gibt einen Stempel auf unseren Ausdruck des Bordingpasses. Mhm, und wenn man den jetzt nur digital hat?….

Wir haben doch noch Zeit, da Guido die Zeitumstellung nicht auf dem Schirm hatte. Kairo hat keine Sommerzeit. Außerdem hat unser Anschlussflug auch Verspätung. Guido hats trotzdem eilig. Er hat unterwegs zum Gate eine Bar erspäht, an der Fußball läuft. Georg und ich bleiben am Gate und nutzen die Ladestation. 

Plötzlich kommt Guido angerannt. Er hat eine Durchsage an der Bar gehört. Wir nicht. Der letzte Aufruf zum Bording. Der Flug geht in einer Viertelstunde. Ortszeit ist hier eine Stunde eher. Jetzt sind wir komplett verwirrt und der Puls steigt rapide. Wir saßen ja schon eigentlich fast vor dem Gate. Das es leer war, haben wir nicht richtig gedeutet. Am Gate wird nun auch noch eine Ecke vom Bordingausdruck abgerissen.  Das System wird unübersichtlich.

Nun geht es nochmal durch eine Sicherheitskontrolle. Und dann schnell in den Flieger,  der gleiche Boing Typ – ohne Entertainment dafür diesmal aber auch ohne Kleinkinder. Georg wird wohl doch etwas schlafen können. 

Tag 2

Angekommen in Daressalam ist erstmal Stillstand. Die Schlange vor der Visavergabe bewegt sich null. Polo, pole. Willkommen in Tansania. Dann Schlange zum Visa bezahlen und dann Schlange für Stempel. Irgendwann sind wir aber durch.

Der Geldautomat ist die nächste Hürde. Erst der dritte spuckt Geld aus. 

Immerhin gibt’s da mittlerweile Auswahl. 

Dann versuchen wir einen Uberfahrer zu bekommen. Der will aber cash. Immerhin macht er es für den gleichen Preis. Dafür müssen wir die Fahrt stornieren und er fährt uns schwarz. Das ist jetzt nicht gerade die sicherste Art zu reisen. Aber was macht man nicht alles um für kleines Geld gefahren zu werden. Das Gepäck und wir werden in den kleinen Toyota gequetscht und los geht es im Linksverkehr. Die Fahrt dauert nur noch 20 Minuten. Es gibt eine große neue Brücke, die Nyerere Bridge, mautpflichtig aber entspannt. Vorbei geht es an niedrigen Häusern mit vereinzelten Kochfeuern davor. 

Wir kommen sicher im Hotel an und vereinbaren darum gleich noch die Rückfahrt morgen früh zum Flughafen. Der Check in ins Hotel ist leider erst 14.00 Uhr. Jetzt ist es gerade 8.00 Uhr. Vielleicht geht es ja eher. Mal sehen. Wir gehen ins Restaurant zum Frühstück mit deutschen Preisen und mageren Angebot. Aber egal. Der Strand ist schön und die Sonne scheint. Um 12.00 Uhr ist das Zimmer endlich fertig und wir haben jetzt keine Lust mehr zu schlafen. Duschen und Pool klingt gerade besser. Das Meer ist gerade weg und den Strand kennen wir ja schon. 

Georg hat richtig Hunger und so beschließen wir anschließend doch noch eine Strandwanderung zu machen. Kipepeo beach ist ein sehr schöner Strand mit einem kleinem Hotel. Dort gibt es eine gute Küche zu fairen Preisen. Es waren relativ viele Leute unterwegs und dann auch am Kipepeo Strand. Ich habe vergessen, dass Wochenende ist. Wir sind völlig außer der Zeit. Hier sollen wir nun ca. 3 Euro Eintritt bezahlen. Irgendwie bringe ich den Mann dann aber aus dem Konzept mit meinem schlechten Englisch. Ich gehe einfach an die Bar um zu bestellen und vertröste ihn auf später.  An der Bar werden wir aufgeklärt, daß das am Wochenende üblich ist. Aber wir dürfen bestellen und die werden es dann irgendwie verrechnen. Es ist schön hier und ich habe jetzt auch Hunger. Das Essen kommt spät und die Sonne brennt. Hab ich erwähnt, dass ich meine Jacke mitgenommen habe?

Auf dem Rückweg hat sich der Strand nochmal deutlich gefüllt. Mit Wasser und mit Menschen.  Uns reicht es jetzt aber. Wir wollen einfach nur ins Bett. Morgen ist ein neuer Tag. Das Bett hat kein Moskitonetz. Aber mir ist die Flasche mit Mückenspray im Rucksack ausgelaufen. Alles riecht danach. Das muss reichen. 

Tag 3

Wir wachen morgens pünktlich auf. Georg schläft noch. Wir starten schon einmal mit einer Dusche und einem Kaffee und wecken dann auch Georg.
Unser Fahrer steht pünktlich bereit, nur an der Rezeption gibt es noch Schwierigkeiten. Irgendwas sollen wir noch bezahlen. Ich verstehe aber nicht was. Aber dann war plötzlich doch alles okay und es kann losgehen. Heute geht es nach Kigoma und von dort noch 260 km weiter nach Shunga mit dem Taxi. Wir wollen dort Iris besuchen, die dort als Ärztin lebt und arbeitet. Dort lassen wir auch die Hälfte unseres Gepäcks, welches zum größten Teil aus Arbeitskleidung für die dortigen Ärzte und Krankenschwestern besteht.
Heute ist Montag. Der Verkehr deutlich mehr. Überall sind Menschen unterwegs. Zu Fuß, Fahrrad oder motorisiert. Viele Kinder in Schuluniformen auf dem Weg zur Schule.
Am Flughafen geht es dann durch eine etwas chaotische Sicherheitskontrolle, dann Gepäckaufbewahrung und wieder eine Sicherheitskontrolle. Jedes Mal mit Schuhe ausziehen. In meinen ist noch Sand von gestern. Ausschütten kann ich den jetzt nicht, also nehme ich ihn weiter mit nach Shunga. In der Comfort Zone essen wir noch Frühstück. Die Klimaanlage funktioniert so gut, dass wir unsere Jacken anziehen.
Hier treffen wir Johannes, der auch zu Iris fährt. Er ist Medizinstudent und macht dort ein Praktikum.
Wir werden mit dem Shuttlebus zum Flieger gefahren. Es war nicht sehr weit und man hätte es wohl auch locker zu Fuß laufen können. Da aber niemand vom Flugzeug überfahren werden soll, geht’s außen herum.
Im Flieger werden gesalzene Nüsse und ein Getränk ausgeschenkt. Guido nimmt ein Bier, ich ein Wasser. Das ist ganz schön egoistisch von mir. Wasser haben wir genug. Ein Bier bei Iris zu bekommen, eher unwahrscheinlich. Habe ich nicht wirklich auf dem Schirm gehabt. Sorry Guido, nächstes Mal.
Wir kommen an am Flughafen Kigoma. Von der Landebahn führt ein überdachter Weg zum Flughafengebäude. Dieses besteht aus einer Art Halle, in der man an einer Durchreiche sein Gepäck in Empfang nimmt. Dieses wird auf Handwagen aus dem Flieger geholt und dann von draußen reingereicht. Es laufen hier sehr viele Eidechsen, große, mit rotem Kopf, und kleine herum. Unser Fahrer ist noch nicht da und so warten wir noch eine Viertelstunde.
Dann kommt er. Er hat noch jemanden mitgebracht. Aber das Auto ist groß, mit ein wenig Tetris ist alles verstaut. Erst geht es eine Asphaltstraße entlang. Mal mit 100 km/h, bergauf mit 60 km/h. Das Auto ist schon älter. Am Straßenrand wieder viele Schulkinder und Erwachsene, die Waren von A nach B transportieren. Auf dem Kopf oder auf dem Fahrrad. Gehupt wird darum viel, meistens um die Fußgänger zu warnen oder auch so. Keine Ahnung, vielleicht wohnen da Verwandte. Klimaanlage ist nicht, aber Fenster gehen auf. Darum zieht es ordentlich. Aber besser als die Hitze.
Dann irgendwann halten wir, wir wissen nicht warum. Während wir warten, rufe ich noch einen jungen Mann heran, um Reiskuchen zu kaufen. Er war zu perplex, um gleich zu handeln. Ich gab 500 TSh für 3 Stück und fand den Preis okay. Keine Ahnung, aber er hat es so hingenommen. Dann sollen wir umsteigen. Das Auto war noch älter. Kurze Zeit später wissen wir warum. Es geht Offroad weiter. Roter Staub wird jetzt unser Begleiter. Zwischendurch erledigt der Fahrer noch ein paar Botengänge. Aber endlich ist Shunga in Sicht. Iris empfängt uns herzlich und wir fegen erstmal den roten Staub von unserem Gepäck. Dann essen wir gemeinsam und gehen gleich einmal eine Runde durch das Dorf. Ich wollte gerne noch Erdnüsse kaufen und Iris kauft auch gleich ein wenig Obst und Gemüse.
Anschließend besuchen wir Mama Mili. Das ist eine junge Witwe mit 7 Kindern, die ich schon vor zwei Jahren kennen lernen durfte. Damals lebte ihr Mann noch. Er war eigentlich der Mann für alles im Krankenhaus und ein großer Verlust. Er starb nach kurzer Krankheit ein halbes Jahr später. Das Grab war neben dem Wohnhaus. Es war aus polierten Steinplatten und voller alter Kränze. Zum Jahrestag werden diese dann entfernt. Morgen wird sie mit uns nach der Arbeit aufs Feld gehen und frisches Zuckerrohr ernten. Ein kleines Stück konnte Georg jetzt schon kosten.
Abends kommt der auszubildende Doktor Franky noch vorbei um Johannes kennenzulernen. Sie werden die nächsten Tage im Krankenhaus zusammen arbeiten. Nebenbei pulen wir gemeinsam Erbsen aus den Schoten.
Vor dem Zubettgehen packe ich noch unsere Sachen aus und gebe Iris die für sie mitgebrachten Sachen.
Dann beim Zubettgehen großer Schrecken. Meine Geldtasche ist fort. Ich hatte sie vor dem Dorfspaziergang unter die Bettdecke gelegt. Doch sie war nirgends zu finden. Letztendlich schaute ich nochmal die Kleiderspenden durch und tatsächlich, in dem Chaos des Aus- und Umpackens hatte ich sie mitgegriffen und dazu gepackt.
Zuletzt behandelte ich noch Georgs ersten Mückenstich, den er sich tatsächlich in Daressalam eingefangen hatte, da das Bett kein richtiges Moskitonetz hatte. Ich hoffe nur, das ausgerechnet die, keine Malaria im Gepäck hatte.

Tag 4
Wir starten pünktlich um sieben mit dem Frühstück um dann etwas zu spät zur Andacht zu kommen. Aber nicht so schlimm. Der Doktor kommt zeitgleich und der Doktor kommt nie zu spät, heißt es hier. Anschließend zeigt uns Iris das Krankenhaus. Es hat sich viel getan in den letzten zwei Jahren. Anschließend geht Johannes mit zur Visite und wir schauen uns die Wasserstelle und die Mühle an. Ein zwei Kinder haben Angst vorm weißen Mann und fangen das Weinen an, als sie uns sehen. Aufpassen müssen wir auf die Motorradfahrer. Diese fahren hier wie die Verrückten und nehmen keine Rücksicht auf Verluste. Zurück zu Hause schauen wir noch zu, wie der Hahn geschlachtet wird, den wir heute essen werden. Nun ja, es ist auch nicht schlimm, wenn man das nicht gesehen hätte.
Dann gehe ich mit Georg nochmal ein Stück ins Dorf zurück, Obst und Reiskuchen kaufen. Iris hat uns die Preise gesagt und es gelingt mir fast, die Sachen dafür auch zu bekommen. Ein bisschen Schwund ist immer, aber es sind hier nur ein paar Cent. Auf dem Rückweg versuche ich den schweren Korb (mit dicker Melone, Ananas und Gurken) auf dem Kopf zu balancieren. Ich hätte erwartet, daß die Leute lachen. Aber ich habe nur gemacht, was hier völlig normal war. Vielleicht etwas ungeschickter, aber nun ja. Aber ich hatte leider kein Tuch zum Unterlegen, so drückte es doch ziemlich und die Hälfte des Weges trugen Georg und ich dann doch lieber zusammen den Korb.
Wir backen dann Kuchen und bereiten schon das Abendessen vor und ruhen uns ein wenig aus. Das Mittagessen besteht dann aus dem besagten Hahn und Reis. Zwischendurch ruft immer der tropische Kuckuck.
Dann sind wir mit dem Doktor verabredet. Er fährt mit uns auf seine Farm. Vorher wird noch das Auto geputzt. Überall der rote Staub. Die Fahrt war holprig, so daß wir kräftig durchgeschüttelt werden.
Der Doktor hatte außer Fische aber keine Tiere mehr. Das war sehr schade. Aber er hat umgestellt, er hat fast nur noch Reisfelder und Kohl. Dazwischen Hanf als Unkraut.
Zum Abendessen gab’s dann Bratkartoffeln und Melone. Anschließend noch kurz Karten spielen und dann heißt es Füße schrubben. Der Staub ist echt hartnäckig.

Tag 5

Heute bin ich früh wach. Die Hähne krähen schon munter ich ich höre Iris in der Küche. Also beschließe ich auch aufzustehen. Es ist 5.45 Uhr. Gleich geht der Morgengesang in der anglikianischen Kirche los. Draußen ist es noch stockdunkel. Es gibt keine Beleuchtung nachts. Allerdings hat Iris inzwischen rund um die Uhr Strom, Prepaid. Jetzt kann sie sogar Sachen einfrieren. Wenn er nicht gerade ausfällt. Draußen bellen noch vereinzelt Hunde. Kein Vergleich zu abends. Da starten die ein Konzert, wie ein riesiges Rudel Wölfe. Die Hunde werden abends frei laufen gelassen um fremde Menschen abzuschrecken. Keine Ahnung, was die dann machen. Muss ich mal Iris fragen. Gerade kommt Johannes im Kittel aus seinem Zimmer. Er geht jetzt rüber zur Entbindung. Er war wohl auch schon heute Nacht um vier dort. Da kann ich ja auch ihn fragen. Gefressen hat ihn scheinbar keiner. Lust hätte ich auch, will aber Guido zum Frühstück nicht alleine lassen. 

Ich gehe mir Haare waschen. Der Staub hat sie ganz strohig gemacht. Leider ist kein warmes Wasser da. Wenn abends 5 Leute duschen, wird es halt knapp. Und die Sonne kann nachts kein Wasser erwärmen. 

Nach der Andacht gehen Iris und ich in die Ambulanz. Iris behandelt dort ambulante und stationäre Patienten. Ich helfe ein wenig mit Blutdruck messen und Wiegen der Patienten. Zum Mittagessen gehen wir zur Frau des Doktors, welche hier in einer Wellblechhütte ein kleines Restaurant betreibt. Es gibt Reis mit Bohnen und süßen Ingwertee. Das ist dort immer das einzige Gericht. So spart man sich eine Speisekarte und jeder weiß, was ihn erwartet.
Nach dem Essen gehen Guido, Georg und ich zurück zum Haus und Georg backt uns nochmal eine tolle Ananastorte. Ich pelle wieder ein paar Erbsen. Das ist echt eine undankbar Aufgabe. Und anschließend habe ich schwarze Finger. Mama Miri kommt vorbei und Iris hat Feierabend. Wir trinken Kaffee und gehen anschließend zu Mama Miri. Dort versucht Guido die Klospülung zu reparieren. Der Schlauch war geplatzt. Aber das war leider nicht das einzige Problem. So mussten wir aufgeben und konnten doch nicht helfen. Mama Miri geht dann mit uns und ihrer großen Tochter, welche dolmetscht, auf Feld um Zuckerrohr für Georg zu ernten. Es war wirklich sehr schön und interessant. Sie zeigten uns ihr Obst und Gemüse und erklären uns viel. Zurück gehen wir dann mit langen Stangen Zuckerrohr.
Ich beschließe dann mit Georg noch zum markt im Dorf zu gehen. Wir möchten gerne noch die leckeren Erdnüsse für zu Hause kaufen. Dort sorgen wir für einen richtigen Menschenauflauf. Wir kaufen bei einer alten Frau alle Erdnüsse auf. Eine Sensation. Aber sie will mir nicht das Wechselgeld geben. Glücklicherweise mischen sich andere Einheimische ein und sorgen dafür, dass wir unser Geld bekommen. So kaufen wir zum Dank auch bei denen alle Erdnüsse. Insgesamt kommen wir mit ca. 500 Gramm zurück. Die haben ein gutes Geschäft gemacht und wir sind auch glücklich.
Abends kommt noch Christina vorbei und nimmt mich mit auf die Entbindungsstation. Wir schauen nach einem kranken Neugeborenen und einer schwangeren Frau. Christina und der Doktor entscheiden sich für einen Kaiserschnitt. Ich muss leider noch Sachen packen und bin auch sehr müde, sodass ich dann mit Christina wieder zurück.
Müde versuche ich noch meinen Bericht zu schreiben. Leider stürzt mein Handy ab und ich gebe auf. Lala salama. (Gute Nacht)

Tag 6

Heute geht es gleich früh um sieben ganz authentisch auf nach Kigoma. Wir starten nach einem gemütlichen Frühstück und herzlichen Abschied mit dem lokalen Sammeltaxi. Ich freue mich, daß auch Mama Miri und Franky, der nette Hilfsarzt mitkommen. Zumindest bis Kisulu. (Kann gerade nicht googeln, ob es richtig geschrieben ist) Dort werden wir umsteigen müssen. Der Fahrer ist eigentlich instruiert, uns dabei zu helfen, aber wohler fühlen wir uns mit den beiden netten bekannten Menschen. Franky spricht auch ganz gut englisch. Wir sind in guten Händen. 

Nichtsdestotrotz ist es schon was Besonderes, in einem normalen Auto mit 8,5 Personen zu sitzen. Dazu zwei riesige Rucksäcke, drei große Säcke Sonnenblumenkerne und noch kleinen, hier nicht wirklich nennenswerten Gepäckstücken, zu sitzen. Ein paar Kanister müssten auch noch mit. Aber die wurden mit einem Strick aufs Dach gebunden. 

Mama Miri teilte sich den Fahrersitz mit dem Fahrer und Guido und Georg den Beifahrersitz. Ich saß hinten mit Franky, einer Frau und einem anderen Mann mit Kind. Das ganze dann Offroad wieder über die bucklige Staubpiste.

In Kisulu dann wurden wir zu einem anderen Auto gebracht. Hier gab es noch eine zweite Rücksitzreihe. Hier, meinte Iris, könnten wir mit Georg bequem hinten zu dritt sitzen. Könnten! Leider war die Reihe schon besetzt. Vorne auch. Allerdings jeweils mit einer Person. In der leeren Reihe saß schon eine dicke Mama. Es wurde kurz diskutiert und dann entschieden, daß wir drei noch zur dicken Mama sollten. Naja, man kann sicher auch schlechter reisen. 

Ich saß nur mit einer Pobacke auf der Sitzbank. Unsere Füße zur Unbeweglichkeit verknotet.

Naja. Franky kam nochmal und versicherte sich, dass wir nicht zuviel bezahlen mussten. Aber das war erledigt und wie verabredet erfolgt. Ich bin schon in Übung und kann deutlich machen, daß ich Geld zurück erwarte, wenn ich zu große Scheine gebe. Das ist oft aber ein Problem, weil niemand wechseln kann und am Automaten gibt es oft nur großes Geld. 

Irgendwann steigt der erste wieder aus und damit auch der Komfort. Es ist aber nicht mehr weit. In Kigoma werden wir am Busbahnhof raus gelassen. Sofort werden wir von picky pickys überrannt. Das sind die hiesigen Motorrad-Taxi. Für uns, mit den großen Rucksäcken aber keine Option. Wir versuchen erstmal aus dem Gewimmel zu fliehen und steuern die Straße an. Hier hoffen wir ein Badjaji zu bekommen, ein Dreiradtaxi. Wir haben Glück. Der noch recht junge Fahrer meint, er kennt das Ziel und als ich ihm die 10.000 TSH anbiete, will er fahren. Bald merken wir aber, daß er das Ziel doch nicht kennt. Guido versucht ihn über Google maps zu lotsen. Aber die Straße ist irgendwann nicht mehr befahrbar. Möchte wissen, wer das getrackt hat. Jetzt heißt es im Dorf nach dem Weg fragen. Kurzerhand springt wer mit auf und zeigt unserem Fahrer den Weg. Dann sind wir endlich am Jacobsen Beach am Tanganjika See angekommen. Der Helfer kriegt ein gutes Trinkgeld (mangels kleinen Scheinen) und der Fahrer die verabredeten 10.000 TSH. Er schaut ein wenig säuerlich. Ja die Straße war schlecht und wir reiche Ausländer. Aber selbst schuld, wenn er erst sagt, er kennt das Ziel und wir wollen ja auch nicht die Preise verderben. 

Hier werden wir von Cosmos, dem netten Angestellten in Empfang genommen. Unsere Buchung steht nicht im Kalender, hab es fast geahnt. Ich hatte schon vor längerer Zeit per Mail gebucht. Aber eine Nacht ist kein Problem. Wir kriegen das Haus. Es ist nicht gebucht, was vielleicht auch an dem stolzen Preis hier liegt. 

Aber es ist herrlich hier. Das Zebra,welches hier lebt, begegnet uns gleich. Einfach schön. 

Wir machen uns etwas zum Mittagessen und dann geht es zum See runter, rein springen. 

Hippos und Krokodile gibt’s an der Stelle nicht. Es ist sicher und glasklar. Internet gibt’s hier am Office. Da gehen wir dann mal kurz hin,um Nachrichten zu lesen und zu schicken und den morgigen Flug einzuchecken.

Hier laufen die Affe herum. Ich habe sie schon vermisst. Dann kommt jemand und will uns Sachen verkaufen. Das ist immer soo nervig. Die breiten, ob man will oder nicht alles was sie haben vor einem aus und man kauft dann aus schlechtem Gewissen völlig überteuerten Mist. Naja Georg hat sich erweichen lassen und ein kleines Andenken an Tansania gekauft. Dann fliehen wir. Guido und Georg wollen nochmal ins Wasser. Ich verzichte.ich habe nur meinen Bikini als BH mit und der soll trocken sein, weil wir danach ins Hilltop zum essen fahren wollen. Das hat uns Iris empfohlen. Eigentlich mag ich die Zeit auch hier verbringen. Wind ist aufgekommen und die Wellen rauschen. Aber essen gibt’s hier nicht. 

Dann bekommen wir Besuch, gerade wollten wir los. Es steht das Zebra auf unserer Terrasse. Und es hat die Affen im Schlepptau. Es freundet sich gleich mit uns an,denn es bekommt Bananen- und Ananasschale. Aber nun will es auch rein. Aber es sieht, daß wir gerade im Aufbruch sind und geht dann doch.

Der Fahrer wartet schon. Ich handel diesmal nicht gut, meine Matheschwäche kickt. Er kriegt den doppelten Preis, wie eigentlich normal. Naja egal. Das Hilltop ist wirklich nobel und geht wirklich als fein essen gehen durch. Hier genießen wir auf der Terrasse über dem Tanganjikasee den Sonnenuntergang. Leider gibt es weder bier noch Wein. Ich habe hier noch nirgendwo Alkohol gesehen. Schade, ein Glas Wein wäre jetzt eigentlich ganz nett gewesen.

Die Fahrt zurück in Dunklen durch das Dorf ohne Straßenbeleuchtung machten wir mit dem gleichen Badjaji. Unser Fahrer wartete schon auf uns. Kein Wunder, bei dem Preis, den hinzu bezahlt haben,kann er sich das Geschäft nicht entgehen lassen. Die Straße war voller Leben. Die Menschen verkaufen im Licht von Handys oder Taschenlampen ihre Waren und überall leuchten kleine Lichtpunkte.

Tag 7

Heute schlafen wir mal richtig aus. Dann starten wir mit einem gemütlichen Frühstück. Den Toaster ersetzt eine Pfanne auf dem Herd. Pünktlich erscheinen auch die Affen. Sie belagern uns. Aber wir füttern sie nicht, denn es hängen überall Schilder,daß wir das nicht tun sollen. Ist sicher auch besser, denn sie sind ordentlich frech. Einer springt auf Blechdach. Das scheppert ordentlich. Er versucht es dann von der anderen Seite. Als wir fertig sind, lecken sie die Krümel vom Tisch. Aber dann verziehen sie sich wieder, da es hier nichts zu holen gibt. 

Wir gehen nochmal zur Rezeption. Es ist noch nicht so warm. Aber das Internet ist schlecht. Wir bestellen uns ein Badjaji zum Flughafen, denn es geht heute wieder zurück nach Daressalam. Wir laufen durch den Wald zurück. Hier stehen vereinzelt noch einfache zeltartige Hütten, die man auch mieten könnte. Mit Dusche und Toilette und richtigen Betten. Das ist für zwei Personen auch ganz nett. Da wollte ich gleich mal dort die Toilette ausprobieren. Aber ich lasse es doch lieber. Im Toilettenbecken sitzt ein Gecko, der auch gleich unter den Rand huscht. 

Wir räumen dann unser Zimmer auf und ich schneide die Ananas auf,welche wir von Iris mitgebracht hatten. Aus der Tüte lief mir eine kleine Kakerlake entgegen. Es war dumm von mir, dass ich die Ananas nicht gestern noch in den Kühlschrank gelegt habe. Na egal, sie schmeckt trotzdem. Kurz geht es zur Badestelle. Georg versucht sich an Unterwasservideos. Mir ist noch nicht warm genug. Außerdem wollen wir die Sachen nicht nass mitnehmen. Das ist noch Zeit zum Lesen. Ich komme tatsächlich in diesem Urlaub zum ersten Mal dazu.

Eine Stunde bevor wir los müssen, kommt ein Angestellter und gießt sehr ausgiebig die Blumen. Das hat er eigentlich schon heute früh gemacht. Er wartet darauf, daß er unser Gepäck tragen kann. Ein Dollar Trinkgeld ist hier gutes Geld. (Eine Sprite am Flughafen kostet 37 Cent) 

Wir sind sehr zeitig am Flughafen. Hier sind viele fein angezogene Menschen. Es werden 3 Priester mit Gesang und Parade in Empfang genommen. Danach können wir einchecken.

Ws wird Temperatur gemessen und wir müssen uns die Hände desinfizieren. Corona? Oder Ebola? Jedenfalls hängen Infoplakate für Ebola aus.

Mein Handgepäck wird besonders durchsucht. Wahrscheinlich sind die Tampons als Patronen verdächtig worden. Jedenfalls bekomme ich ein schelmisches Lächeln, als die Angestellte sie sieht. Mein Eukalyptuszweig darf auch nicht mit, aber ich darf ihn noch ins Aufgabegepäck tun. Das ist lieb. 

Die Wasserflasche darf eigentlich auch nicht mit, machen wir aber und keiner sagt mehr was.

So sitzen wir in der Wartehalle. Guido bekommt hier endlich sein Bier. Gelegenheit nutzen, heißt es. 

Da ich das Wasser alle machen wollte, muss ich auch gleich zur Toilette. Es ist recht sauber und riecht durchdringend nach Desinfektionsmittel. Leider gibt’s wieder kein Klopapier, wie fast immer. Nur einen Bidetschlauch. Das ist gewöhnungsbedürftig. Die Klospülung geht nicht, dafür steht ein Eimer mit Wasser bereit. Man hat die Wahl zwischen Hocktoilette oder Toilettenschüssel ohne Klobrille. Ich nehme dann lieber die Hocktoilette. Danach ist das Bein meiner Schlabberhose nass. Mist, ich wasche es gleich aus, danke Bidetschlauch.

Im Flieger als Getränke ausgeteilt werden, bitte ich auch um ein Bier, damit Guido mal eins in Reserve hat. Die Stewardess sieht, wie ich es Guido gebe. Beim zweiten Durchgang gibt sie ihm gleich noch eins ungefragt. Jetzt reicht es aber. Wir kommen in Daressalam an und dunkle Wolken begrüßen uns aus denen es dann auch kurze Zeit später anfängt zu nieseln. Unser alter Taxifahrer, welchen Guido wieder bestellt hatte, meinte, er kann doch nicht, schickt uns aber einen Freund. Ich fand das jetzt doch zu unübersichtlich und bat Guido das Ganze abzublasen. Er sollte lieber einen neuen Uberfahrer ordern. Das war aber auch nicht viel besser. Denn der kam mit einem unregistriertem Fahrzeug und wollte natürlich auch nur privat fahren. Heimlich machte ich nocheinFotovom Nummernschild. Ich weiß zwar nicht, was es nützen könnte, aber ich fühle mich besser. Immerhin hatte er ein gutes und großes Auto. Was wird er wohl sagen, wenn er damit dann auf die Sandpiste abbiegen muss. Die wird jetzt vielleicht auch schlammig sein. Na mal sehen. Erstmal fährt er beinahe einem Polizeiauto mit Blaulicht in die Seite. Er hat es nicht gesehen. Dabei sind wir gerade Schrittgeschwindigkeit gefahren. Auch so werden wir nicht viel schneller. Wir sind leider gerade in der Rushhour. Ab da ist er sehr ruhig. Dann kommen wir an die Brücke und er merkt, daß er den Restbetrag vom Parkautomat nicht mehr hat. Guido hatte dafür schon eine Anzahlung von 10 000 TSH (ca. 3,30 Euro) gegeben. Ab jetzt ist seine Stimmung ganz am Boden. Das ist auch kein Fake, da sind wir sicher. Aber als er uns abliefert und Guido ihm trotzdem den vollen Betrag gibt (die Anzahlung verbuchen wir unter Trinkgeld) ister und wir erleichtert. Wir werden in unserer Lodge herzlich empfangen und bekommen wieder den gleichen Bungalow. Dann stürmen wir das Restaurant und genießen den Abend am Strand beim Rauschen der Wellen. 

Tag 8

Nach einer guten Nacht wachen wir morgens frisch erholt wieder auf. Der Geruch im Zimmer hat sich inzwischen verbessert. Gestern Abend beim Check-in wies ich auf das defekte Mückennetz hin. Gleich wurde uns ein Zimmerwechsel angeboten. Aber das wollten wir nicht, denn der Bungalow liegt schön abseits des Trubels,der jetzt am Wochenende wieder zu erwarten war. Der Angestellte versicherte uns dann auch,dass keine Moskitos im Zimmer sind,sofern wir immer darauf achten, die Tür geschlossen zu haben. Sie sprühen schließlich jeden Abend die Zimmer aus. Oh, danke. Ich mag Mückenspray. Besonders wenn es so intensiv noch riecht. Naja, es ist gut gemeint. Es wird uns nicht gleich umbringen. Wir haben trotzdem gut geschlafen.
Leider war gestern Abend das Wasser zum Duschen kalt. Also freute ich mich darauf heute ausgiebig den Reisestaub zu entfernen. Aber Fehlanzeige, wieder kalt.
Vor dem Frühstück treffen wir noch Johanni an der Rezeption. Er ist hier angestellt, spricht gut englisch und ist ein Schatz. Wir wurden von Iris und ihrem Bekannten Eberhard auch schon bei ihm angekündigt. Wir bitten ihn, uns für morgen Bustickets und ein Taxi zu besorgen. Morgen geht es weiter in den Mikumi Nationalpark. Eigentlich hatten wir vor, uns diese selbst zu besorgen. Aber Iris meinte, wir würden dann möglicherweise mit Faketickets zurück kommen. Na gut. Es würde uns wohl auch den ganzen Tag kosten und ziemlich anstrengend sein. Und uns steht der Sinn auch nach Entspannung. Also vertrauen wir Johanni. Um das Wasser will er sich auch gleich kümmern.
Das Frühstück ist super, wir freuen uns und können uns gar nicht vom Strandrestaurant trennen. Aber wir wollen noch zum Markt am Fährhafen, um uns ein wenig zu essen für die Fahrt kaufen. Und einfach das Getümmel erleben.
Wir laufen vor zur Straße und ein wenig daran entlang, bis wir ein freies Badjaji entdecken. Der Fahrer bringt uns zum Markt. Und ja, ich erkenne die Gegend. Der Markt war laut. An vielen Ständen wurden über Lautsprecher und Bandansagen die Ware angepriesen. Das ist auch Fortschritt. Man braucht nicht mehr selbst rufen. Die größte Herausforderung war aber von den Motorrädern nicht umgefahren zu werden. Wir kaufen eine Avocado. Ich frage nach dem Preis und er sagt ohne mit der Wimper zu zucken den doppelten Preis (oder vielleicht noch mehr? ) Aber als ich den Kopf schüttel und lache und den halben Preis anbiete, lacht er auch und akzeptiert. Man kann es ja mal versuchen.
Dann legt die Fähre an und wir stehen und schauen einfach. Sie spuckt Unmengen von Menschen aus. Die haben da alle drauf gepasst?
Es gibt hier auch einen echten winzigen Supermarkt, wo wir noch ein paar Sachen in Ruhe und mit Klimaanlage einkaufen. Dann suchen wir noch einen funktionierenden Geldautomaten und haben beim zweiten Glück.
Dann reicht es uns schon. Ein Badjaji steht bereit und es geht zurück.
Im Hotel sitzen wir auf unserer Terrasse. Georg und ich versuchen uns an einer Apfelsine vom Mark. Die sind nur zum Ausdrücken, da sie sehr strohig sind. Es wird vor dem Verkauf die Schale dünn geschnitten und oben abgeschnitten, so daß man sie drücken und aussaugen kann . Die Wucht sind sie nicht, aber wir haben sie probiert.
Dann kommt die Reinigungsfrau mit Mückenspray und Besen. Sie macht unsere Betten. Ich versichere ihr, dass keine Moskitos im Zimmer sind und hoffe sie benutzt das Spray nicht. Aber wir gehen zum Pool und überlassen ihr das Zimmer. Mal sehen. Hier genießen wir auch unser Mittagessen bis es uns zu laut am Pool wird. Es kommen Tagesgäste zum Wochenendausflug her.
Dann kommt Johanni und bringt uns die Bustickets. Wenn wir aus dem Nationalpark zurück sind, habe ich eigentlich eine etwas tansanischere Unterkunft gebucht. Aber Guido will lieber wieder hierher. Na gut ,dann ändern wir das Ganze nochmal. Ist auch wirklich schön hier. Das andere wäre für mich interessanter aber es sind sowieso so viele neue Eindrücke. Nach einem schönen Strandspaziergang mit Schätze sammeln, lassen wir den Abend in der Strandbar ausklingen. Nur Moskitos Nerven ein wenig. Ich muss das Spray holen. Sie stechen durch die Hose. Dann ins Bett. Wir müssen früh um 4.00 Uhr aufstehen. Unser Bus startet um 6.00 Uhr.

 

Tag 9

Heute komme ich erst abends zum Schreiben.
Es war ein anstrengender Tag. Für mich der härteste auf unserer Reise.
Wir haben uns die Wecker auf 4.00 Uhr gestellt. Aber kurz vorher klingelte schon unser Telefon. Der Fahrer ist da. Puh, eigentlich war der erst für halb fünf bestellt. Okay, also aufspringen und Sachen schnell zusammen packen. Geschlafen haben wir eh kaum. Die Klimaanlage ließ sich gestern abend nicht zum Laufen bringen. Es war warm und ich hatte irgendwie das Gefühl immerzu von Mücken gestochen zu werden.
Die nächtliche Fahrt durch Daressalam war wieder ein Erlebnis. Viele Autos hatten nicht mal Licht. Rote Ampeln werden in der Regel ignoriert. Ich weiß nicht, wie man hier fahren kann. Nach einer dreiviertel Stunde Fahrt kamen wir am Busbahnhof an. Für die Fahrt haben wir knapp 20 Euro bezahlt. Unser Taxifahrer half uns dann den Bus zu finden. Tatsächlich wäre das für uns allein gar nicht z schaffen gewesen. Denn erst musste man sich für ca. 20 Cent (ein Glück hatte ich noch kleine Scheine) eine Chipkarte holen. Mit dieser kam man dann auf den Busbahnhof. Dort war es sehr unübersichtlich. Soo viele Leute, Händler und Busse. Wahnsinn. Unser Fahrer fragte sich durch, bis er den richtigen Bahnsteig (Bussteg) gefunden hatte und wartete dann dort mit uns. Der Bus kam, aber es war noch nicht der Richtige. Georg und ich beschlossen noch zur Toilette zu gehen. Auch das war nicht einfach. Denn auch hier mussten wir bezahlen. Der Fahrer brachte uns hin und sorgte dafür, daß wir nicht abgezogen wurden. (Nochmal kleine Scheine weg)
Dann zurück am Bussteg bemerkte Georg, daß sein Handy weg war. Oh nein. Möglicherweise ist ihm das im Taxi aus der Hose gerutscht. Ich bat den Taxifahrer danach zu schauen und es uns auf dem Rückweg wieder zu geben. Aber eigentlich glaubte ich nicht wirklich daran, es zurück zu bekommen. Als dann endlich der Bus kam, unser analoges Ticket nochmal digital abgetippt wurde und das Gepäck verstaut war, fiel ich dem Taxifahrer aus Erleichterung um den Hals. Wir waren so froh über seine Hilfe. Natürlich gab es auch ein gutes Trinkgeld. Dann saßen wir endlich im Bus. Georg tiefdeprimiert. Aber das Wunder geschah. Der Taxifahrer kommt in den Bus und bringt uns das Handy. So ein Ehrenmann!
Der Bus war definitiv besser, als der den ich vor 11 Jahren genommen habe. Ich vermute, das Johanni doch den Comfortbus gebucht hat. Eigentlich wollte ich den gar nicht. Aber jetzt verstehe ich das selbst nicht mehr. Es ist auch so anstrengend genug und nicht teuer. Pro Person bezahlen wir 12 Euro für eine 6 stündige Busfahrt.
Der Bus war sehr modern, allerdings ohne Wi-Fi (stand draußen dran) . Immerhin ging die Klimaanlage ab und zu mal. Aber man konnte auch das Fenster aufmachen. Aber funktioniert hat das Entertainment auf jedem Fall. Alle drei Sitze war an der Decke ein großer Bildschirm angebracht auf dem in anständiger Lautstärke Musikvideoclips liefen. Glücklicherweise hatte ich Ohropax dabei. So verstopfen Georg und ich uns die Ohren. Es war trotzdem noch laut. Ich war aber so müde, daß mir trotzdem immer die Augen zu fielen. Aber die Sitzhaltung war etwas unbequem. Guido sagte mir erst später, wie der Sitz sich verstellen ließ. Ich dachte, meiner funktioniert nicht.
Auf der Straße sind unheimlich viele Laster unterwegs, hauptsächlich mit Erdöl. Wir fahren an riesigen Ananasplantagen vorbei. Die Landschaft um Morogoro ist sehr schön, mit Bergen.
Nach ca. 4h erreichen wir Morogoro. Kurz vorher hält der Bus zur Toilettenpause. Guido meint, ich solle im Bus warten, bis er mit Georg zurück ist. Ich war noch zu verschlafen um schnell zu reagieren und ließ ihn gehen. Aber mir war klar, daß, wenn ich jetzt warte, ich es nicht mehr zur Toilette schaffe. So lange würde der Bus nicht warten. Also schnappe ich mir das Kopfkissen und beide Rucksäcke und steige auch aus. Die Frauentoilette war sehr voll. Dann stand ich in der Kabine. Der Boden nass, Hocktoilette, die Tür ließ sich nicht verriegeln und ich hatte zwei Rucksäcke und ein Kissen dabei. Außerdem bekam ich Migräne. Wie ich dieses Kunststück schaffte, hier zu pinkeln, kann ich bei Interesse gerne persönlich erzählen.
Kaum saß ich wieder im Bus ging es weiter. Kurz darauf kamen wir am Busbahnhof in Morogoro an. Hier stürmen uns die Händler, klopfen an den Bus, um auf sich aufmerksam zu machen. Die Geschäfte werden durch das Fenster getätigt.

Später wurden auch noch statt Musikvideos Comedys gezeigt. Die fand ich aber eher verstörend. In einer Szene verprügelten zwei Männer gegenseitig ihre Frauen. Da haben tatsächlich Leute gelacht. Aber Iris meinte auch, dass es durchaus üblich ist, dass einige Männer Frauen schlagen. Das ist kaum zu glauben. 
Dann führt die Straße durch den Nationalpark. Wir sehen Zebras, Giraffen, Affen, Gazellen und anderen Tiere. Fast schon eine Safari, nur in schnell.
Endlich hält der Bus an unserer Lodge. Guido ist kurz vorher nach vorne gegangen um den Busfahrer zu erinnern uns hier raus zu lassen. Denn regulär hält er hier nicht. Meine Migräne ist trotz 2 Tabletten jetzt richtig ausgewachsen. Der fehlende Kaffee, das wenige Trinken (damit man nicht auf Toilette muss), die unbequeme Haltung und Dauerbeschallung waren zusammen genommen einfach zuviel. Als wir unser Zimmer beziehen, falle ich ins Bett und schlafe zwei Stunden. Guido und Georg gehen an den Pool. Danach ist die Welt wieder halbwegs in Ordnung. Ich gehe auch zum Pool und genieße den Sonnenuntergang. Der Pool ist super sauber und nur wenig gechlort. In der letzten Lodge hatte ich schon Angst, durch das Chlorwasser wieder meine Haare zu blondieren.
Hier sind die Angestellten super auf zack und lesen einem jeden Wunsch von den Augen ab, die Sauberkeit ist europäisch. Die Gäste auch. Eine Gruppe Camper aus der Schweiz und Deutschland ist auf dem Campingplatz hinter unserem Haus angekommen. So mutige Leute. Mit dem Wohnmobil durch Afrika . Ich gehe zu ihnen, muss einfach mal fragen, wie die das schaffen. Sie erzählen von einer sehr abenteuerlichen Fahrt und sind auf dem Weg nach Kapstadt. (Ostafrikroute – Saudi-Arabien, Jordanien, Iran und mit der Fähre rüber nach Afrika) Allerdings reisen sie in einer großen Gruppe mit Reiseleiter. Das es sowas auch gibt…?
Nichtsdestotrotz habe ich Respekt. Es ist auch so bestimmt nicht einfach. Und ihre Erzählungen bestätigen das auch. Das größte Problem sind wohl Ersatzteile und der zu schwefelhaltige Diesel.
Abends gehen wir schön essen mit Mückenspray reichlich besprüht. Moskitos sind auch hier sehr reichlich vorhanden.

Heute begrüßt uns der Morgen mit Wolken und 17 Grad. Ordentlich frisch. Geweckt wurden wir von den hier wohnenden Gänsen. Die haben hinter unserem Haus ihren Teich. 

Von Iris erfahren wir, daß unsere vermeintlichen Ananaspantagen eigentlich Sisalplantagen waren. Tja, wenn man sich mit der einheimischen Flora nicht auskennt….

Die Einheimischen sind immer positiv überrascht, wenn sie merken, daß wir die richtigen Begrüßungsfloskeln kennen wie “habari” und richtig anwenden und auch beantworten. Oft grüßen sie gar nicht und wenn wir dann grüßen, ernten wir meistens ein sehr freundliches Gesicht. Oder sie grüßen uns mit Mjambo oder Jambo. Diese Begrüßung ist eigentlich nur unter Jugendlichen oder bei Touristen üblich und gilt als eher unhöflich. Aber die meisten Ausländer kennen nur diese Begrüßung. Aber selbst darauf kennen sie oft nicht die richtige Antwort. (Sijambo oder poa) Allerdings ist es in den Touristengebieten durchaus üblich geworden. 

Bitte und danke und auf Wiedersehen, Hallo,wer zu Hause, willkommen, und ein paar einzelne Wörter, viel mehr wissen wir auch nicht, aber die Leute freuen sich. Georg hat sogar die besonders höfliche Anrede drauf: “Shikamoo”

Heute wollen wir in den Ort Mikumi laufen und gehen an der Hauptstraße entlang. Aber nachdem wir zweimal fast über den Haufen gefahren werden, haben wir genug. Man könnte meinen, es ist sicher, den Fahrzeugen auf dem Seitenstreifen entgegen zu gehen. Aber wir haben nicht damit gerechnet, daß uns von hinten auch überholende LKW ‘s umnieten können. Wenn dann auch noch ein Motorrad daneben fährt, dann ist es ganz aus. Also merke, der Sandstreifen neben der Straße ist auf keinen Fall sicher. Immer bereit zum Sprung in den Graben. 

Eigentlich habe ich gehofft, im Ort Vitumbua kaufen zu können. Das sind Reiskuchen. Aber es gelang uns nicht. Ich frage aber auch noch im Hotel nach. Sie versuchen mir für morgen welche zu besorgen. Das wäre toll,wenn das klappt. Mein mitgebrachtes glutenfreie Brot geht langsam zur Neige und dann bleibt mir zum Frühstück nur noch Omelett und Früchte. Naja geht auch zur Not. 

Zurück im Zimmer ist gerade Reinigung. Als wir  rein können, weht uns wieder der Duft von Mückenspray entgegen. Also erstmal lüften. Und dann sehe ich im Bad meine Dreckwäsche, welche ich ins Waschbecken zum Waschen bereit gelegt hatte, fein zusammen gelegt. Wie peinlich. 

Nach dem Wäsche waschen liegen wir dann einfach nur am Pool rum und lassen uns bedienen. Es tut gut,eine Auszeit von den ganzen neuen Eindrücken zu nehmen. Unser Zimmer lässt sich nicht abschließen (die Terrassentür) aber wir fühlen uns hier sehr sicher. Natürlich bleiben wir trotzdem achtsam. Aber wir lassen es uns hier richtig gut gehen. Soo billig ist es hier nicht. Aber da es hier kein Amazon gibt, sorgt das für Ausgleich. Ich kaufe hier nicht ein.

Einen Baum habe ich heute dazu gelernt. Den Tricky Baum, er hat große Blätter und rotes Holz. Okay nach Google Recherche kommen wir drauf, dass der Angestellte Teakytree gesagt hat. Also Teakholz meinte. Mehr gibt’s heute nicht zu erzählen. Ist nichts passiert.